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[Jorge Luis Borges]

 

Al comprar una enciclopedia 
 

Alguien


All Our Yesterdays
[All Our Yesterdays]


A un César 
[An eninen Caesar]

 

El Oriente

[Der Orient]

 

El oro de los tigres 
[Das Gold der Tiger]

El otro tigre

[The other tiger]
[O outro tigre]

[L'altra tigre]

 

El tigre 
[Der Tiger]
[El tigre]

Inventario
[Inventar]

 

Juan, I, 14 
[Johannes 1:4
[Jean, I, 14]

La espera  
[Das Warten]

 

La fama

 

Las hojas del ciprés
[Die Blätter der Zypresse]

Leones
[Löwen]

 

Mil novecientos veintitantos
[Aus den zwanziger Jahren]

 

Mi último tigre

 

Otra versión de Proteo
[Andere Fassung von Proteus]
[Outra versão de Proteu]

 

Otro poema de los dones
[Weiteres Gedicht von den Gaben]
[Outro poema dos dons]

 

Simón Carbajal
[Simón Carbajal]

 

Susana Soca
[Susana Soca]
[Susana Soca]
[Susana Soca]

Tankas
[Tankas]

[Tankas]

 

 

Tankas

 

1

Alto no cimo
Todo o jardim é lua,
É lua de ouro.
Mais precioso é roçar
Tua boca na sombra.


2

A voz da ave
Que esta penumbra esconde
Emudeceu.
Andas plo teu jardim.
Qualquer coisa te falta.



3

A alheia taça,
A espada que foi espada
Na outra mão,
A luz dessa rua,
Diz-me, talvez não bastem?


4

À luz da lua
O tigre de ouro e sombra
Olha as suas garras.
Não sabe que na aurora
Destruíram um homem.


5

É triste a chuva
Caindo sobre o mármore,
Triste ser terra.
Triste não ser os dias
Do homem, o sono, a alba.


6

Não ter caído
Como outros do meu sangue
Nessas batalhas.
Ser na noite mais vã
Aquele que conta as sílabas.

 

 

Δ

 

 

Tankas

 

1


Högt på höjdrönet
Är hela trädgården måne,
En gyllene måne.
Dyrbarare är beröringen
Av din mun i skuggan.

 

2

 

Rösten från fågel
som halvdunklet gömmer
har tystnat
Du går på din trädgård
Jag vet du saknar något.

 

3

 

Den främmande bägaren,
Svärdet som var svärd
I en annans hand,
Månen över gatan,
Säg, räcker det inte?

 

4

 

Under månen betraktar
tiger av guld och skugga
sina klor.
Han vet inte att de i gryningen
slitit sönder en människa.

 

5

 

Sorgset är regnet
som faller över marmorn,
sorgset att vara jord,
sorgset att inte vara
människans dagar, drömmen, gryningen

 

6

 

Ack, att inte ha stupat
som andra av in släkt
på slagfältet,
att vara den som i den tomma natten
räknar stavelserna.

 

 

Δ

 

 

All Our Yesterdays

 

Gern wüßt ich, wem von denen, die ich war,
meine Vergangenheit gehört - dem Genfer,
der einen Hexameter auf Latein
skizzierte, den die vielen Jahre tilgten?
Dem Jungen, der in der vollständigen
Bibliothek des Vaters die genauen
Kurven des Globus suchte und die wilden
Gestalten, die Tiger und Panther sind?
Oder jenem, der eine Tür aufstieß,
hinter welcher ein Mann im Sterben lag
auf immer, und im bleichen Tag geküßt hat
das schwindende und das tote Gesicht?
Ich bin die nicht mehr sind. Sinnlos bin ich
im Abend diese verschollenen Leute.

 

Traducció de Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

An einen Caesar


In der Nacht, die Lemuren günstig ist
und auch den Larven, die die Toten quälen, 
haben all deine Wahrsager vergebens 
die offenen Sternenkreise unterteilt. 
Vergebens haben sie die eingeweide 
des Stiers, gekehlt im Zwielicht, untersucht; 
vergebens scheint die Sonne dieses Morgens 
auf das getreue Schwert des Prätorianers. 
Bebend erwartet deine Kehle im 
Palast den Dolch. Schon längst ahnen die Grenzen 
des Reichs, das deine Fanfaren regieren,
die Bittgebete und den Scheiterhaufen.
Den heiligen Schrecken deiner Berge hat 
der Tiger aus Gold und Schatten geschändet.

 

Versió de Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

Der Orient

 

Die Hand Vergils verweilt auf einem Tuch,
das kühl wie frisches Wasser ist und voll
von vieiverwobenen Formen und Farben,
nach Rom gebracht von fernen Karawanen
durch die Zeit und den Sand. Es überdauert
in einem Vers in der Georgica.
Er sah dies nie zuvor. Heut ist es Seide.
Ein Jude stirbt an einem Nachmittag,
gekreuzigt mit den schwarzen Nägeln, wie
der Praetor es befahl, aber die Menschen
der Generationen auf der Erde
vergessen nicht das Blut und das Gebet
und auf dem Hügel die drei letzten Männer.
Ich weiß von einem magischen Buch, das
die vierundsechzig Wege unsres Schicksals
- Schlaf und Wacht - in Hexagrammen beschreibt.
Soviel Erfindung, Muße zu hevölkern!
Ich weiß von Sandströmen und goldnen Fischen,
die der Priester Johannes in den Landen
jenseits von Ganges und Morgenrot lenkt,
vom hai ku, das in ein paar Silben einen
Moment, ein Echo, ein Entzücken bannt;
ich weiß von jenem Dschinn aus Rauch, gefangen
im Topf aus gelbem Kupfer, und von dem,
was er in Dunkelheit geschworen hat.
O Geist der du das Unglaubliche hortest!
Chaldäa, das zuerst die Sterne sah.
Lusitaniens hohe Schiffe; Goa.
Die Siege Clives, der sich gestern entleibte;
Kim und sein roter Lama, die für immer
den Weg schreiten, der sie erlösen wird.
Der feine Duft von Tee, von Sandelholz.
Die Moschee Córdobas und die Aksa
und der Tiger, der zart ist wie die Narde.

So ist mein Orient: Garten, den ich hege,
damit mich dein Gedenken nicht erstickt.

 

Traducció de Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

Das Gold der Tiger

 

Bis zur Stunde des gelben Sonnenuntergangs
- wie oft habe ich wohl 
den mächtigen bengalischen Tiger 
kommen und gehen sehen seinen vorbestimmten Weg 
hinter den eisernen Stäben, 
ohne daß er wußte, dies war sein Kerker.
 Danach sollten andere Tiger kommen, 
die Feuertiger von Blake;
danach sollte anderes Gold kommen, 
das liebende Metall, das Zeus war; 
der Ring, der alle neun Nächte 
neun Ringe zeugt, und diese wieder neun,
ohne Ende. 
Mit en Jahren verließen mich langsam 
die anderen schönen Farben,
und heute bleiben mir nur 
das vage Licht, der unentwirrbare Schatten 
und das Gold des Beginns. 
O Untergänge, o Tiger, o Glanz 
des Mythos und der Epen, 
o kostbareres Gold, dein Haar, 
das diese Hände ersehnen.

 

Versió de Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

The other tiger

 

A tiger comes to mind. The twilight here
Exalts the vast and busy Library
And seems to set the bookshelves back in gloom;
Innocent, ruthless, bloodstained, sleek
It wanders through its forest and its day
Printing a track along the muddy banks
Of sluggish streams whose names it does not know
(In its world there are no names or past
Or time to come, only the vivid now)
And makes its way across wild distances
Sniffing the braided labyrinth of smells
And in the wind picking the smell of dawn
And tantalizing scent of grazing deer;
Among the bamboo's slanting stripes I glimpse
The tiger's stripes and sense the bony frame
Under the splendid, quivering cover of skin.
Curving oceans and the planet's wastes keep us
Apart in vain; from here in a house far off
In South America I dream of you,
Track you, O tiger of the Ganges' banks.

It strikes me now as evening fills my soul
That the tiger addressed in my poem
Is a shadowy beast, a tiger of symbols
And scraps picked up at random out of books,
A string of labored tropes that have no life,
And not the fated tiger, the deadly jewel
That under sun or stars or changing moon
Goes on in Bengal or Sumatra fulfilling
Its rounds of love and indolence and death.
To the tiger of symbols I hold opposed
The one that's real, the one whose blood runs hot
As it cuts down a herd of buffaloes,
And that today, this August third, nineteen
Fifty-nine, throws its shadow on the grass;
But by the act of giving it a name,
By trying to fix the limits of its world,
It becomes a fiction not a living beast,
Not a tiger out roaming the wilds of earth.

We'll hunt for a third tiger now, but like
The others this one too will be a form
Of what I dream, a structure of words, and not
The flesh and one tiger that beyond all myths
Paces the earth. I know these things quite well,
Yet nonetheless some force keeps driving me
In this vague, unreasonable, and ancient quest,
And I go on pursuing through the hours
Another tiger, the beast not found in verse.

 

 

Δ

 

 

O outro tigre 

And the craft that createth a semblence
MORRIS: Sigurd the Volsung (1876)

Penso em um tigre. E a penumbra exalta
A vasta livraria trabalhosa,
Parecendo afastar as prateleiras;
Forte, inocente, ensangüentado, novo,
Ele irá de manhã por sua selva
E marcará seu rasto na limosa
Margem de um rio cujo nome ignora
(Seu mundo não tem nomes, nem passado,
Nem porvir, mas só um instante certo).
E vencerá as bárbaras distâncias
Farejando na renda labiríntica
Dos aromas o aroma da aurora
E o odor deleitável do veado.
Por entre as raias do bambu decifro
Suas raias, pressinto sob a pele
A ossatura esplêndida que vibra.
Inutilmente se interpõem convexos
Mares com os desertos do planeta;
Pois desta casa em um remoto porto
Da América do Sul, te sigo e sonho,
Ó tigre das gerais do Rio Ganges.
Cresce a tarde em minh'alma e vou pensando
Que o tigre evocativo do meu verso
É um tigre de símbolos e sombras
Uma série de tropos literários
E de lembranças de enciclopédia,
E não o tigre fatal, aziaga jóia
Que, sob o sol ou a diversa lua,
Vai cumprindo em Sumatra ou Bengala
Sua rotina de amor, ócio, morte.
Ao tigre desses símbolos opus
O real, que tem sangue quente, e hoje
5 de agosto de 59,
Estende na planície uma pausada
Sombra; porém, o fato de dizê-lo
E de conjeturar a circunstância
O faz ficção artística, não ser
Vivente dos que andam pela terra.
Um outro tigre buscaremos. Esse
Será como os primeiros uma forma
De meu sonho, sistema de palavras
Humanas, e não tigre vertebrado
Que, das mitologias indo além,
Pisa a terra. Bem sei; algo entretanto
Me impõe essa aventura indefinida,
Insensata e antiga, e persevero
Em buscar pelo tempo desta tarde
O outro tigre, o que não vem no verso.


Versió de Paulo Mendes Campos

 

 

Δ

 

 

Der Tiger  


Er kam und ging, zart und verhängnisvoll, geladen mit unendlicher Energie, auf der anderen Seite der festen Stäbe, und wir alle betrachteten ihn. Er war der Tiger dieses Morgens, im Stadtteil Palermo, und der Tiger des Orients und der Tiger von Blake und von Hugo und Schere Kahn, und die Tiger die gewesen sind und sein werden und zugleich der archetypische Tiger, da das Individuum in seinem Fall die gesamte Art ist. Wir fanden, er sei blutrünstig und schön. Norah, ein kleines Mädchen, sagte: Er ist für die Liebe gemacht.

 

Traducció de Curt Meyer-Clason

 

 

Δ

 

 

El Tigre 

 

Anava i tornava, delicat i fatal, carregat d'infinita energia, a l'altra banda dels ferms barrots i tots el miràvem. Era el tigre d'aquell matí, a Palerm, i el tigre de l'Orient i el tigre de Blake i d'Hugo i Shere Khan, i els tigres que han estat i que seran, i així mateix el tigre arquetip, ja que l'individu, al seu torn, és tota l'espècie. Pensem que era sanguinari i bell. Norah, una nena, digué: Està fet per a l'amor.

 

Traducció de Salvador Jàfer

 

 

Δ

 

 

Inventar

 

Man muß eine Leiter anstellen, um hinaufzusteigen. Eine Sprosse fehlt.
Was können wir anderes auf dem Speicher suchen,
als was die Unordnung auftürmt?
Es riecht feucht.
Die Abenddämmerung dringt durchs Bügelzimmer ein.
Die Deckenbalken sind niedrig und der Boden eingesunken.
Keiner wagt aufzutreten.
Da ist ein ausgeleiertes Klappbett.
Da ist einiges unbrauchbares Werkzeug.
Da steht der Rollstuhl des Toten.
Da ist ein Lampenfuß.
Da ist eine zerfranste Hängematte aus Paraguay, mit Troddeln.
Da sind Geräte und Papiere.
Da ist ein Bild von Aparicio Saravias Generalstab.
Da ist ein altes Kohlebügeleisen.
Da ist eine Uhr mit angehaltener Zeit und zerbrochenem Pendel.
Da ist ein abgeblätterter Goldrahmen, ohne Bild.
Da ist ein Spielbrett aus Pappe mit einzelnen Figuren.
Da ist ein Kohlebecken mit zwei Füßen.
Da ist ein Lederkoffer.
Da ist ein angeschimmeltes Exemplar von Foxes Book of Martyrs in komplizierter Fraktur.
Da ist eine Fotografie, die längst jeder sein könnte.
Da ist ein morsches Fell, das einem Tiger gehört hat.
Da ist ein Schlüslel, der seine Tür verloren hat.
Was können wir anderes auf dem Speicher suchen, als was die Unordnung auftürmt?
Dem Vergessen, den Dingen des Vergessens habe ich dies Monument errichtet,
Zweifellos weniger dauerhaft ais Erz, und es vermischt sich mit ihnen.

 

Traducció de Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

Johannes 1:4 

 

Nicht minder ein Rätsel wird dieses Blatt sein
als die Blätter Meiner heiligen Bücher 
noch als jene anderen die 
unwissende Münder nachsprechen, 
weil sie sie für die eines Menschen halten, nicht für 
dunkle Spiegel des Geistes. 
Ich der ich das Ist bin, das War und das Wird,
lasse mich wieder hinab zur Sprache,
die sukzessive Zeit ist un Emblem. 
Wer mit einem Kind spielt, spielt mit etwas 
Nahem und Geheimnisvollem; 
ich wollte mit Meinen Kindern spielen.
Ich war unter ihnen mit Staunen un Zärtlichkeit. 
Durch einen Zauber
wurde ich seltsam aus einem Leib geboren. 

Ich lebte verhext, eingekerkert in einen Körper 
und die Demut einer Seele. 
Ich lernte die Erinnerung kennen, 
diese Münze, die nie dieselbe ist. 
Ich lernte die Hoffnung kennen und die Furcht, 
diese beiden Gesichter der ungewissen Zukunft. 
Ich lernte das Wachen kennen, den Schlaf, die Träume; 
die Unwissenheit, das Fleisch,
die plumpen Labyrinte der Vernunft,
die Freundschaft der Menschen, 
die geheimnisvolle Ergebenheit der Hunde.
Ich wurde geliebt, verstanden, gelobt und hing an einem Kreuz. 
Ich trank den Becher bis zur Neige.
Ich sah mit Meinen Augen was ich nie gesehen hatte: 
die Nacht und ihre Sterne.
Ich lernte das Glatte kennen, das Sandige, das Holprige, das Rauhe, 

den Geschmack von Honig und Apfel, 
das Wasser in der Kehle des Durstes, 
das Gewicht einer Münze im Handteller, 
die menschliche Stimme, das Geräusch von Schritten im Gras, 
den Geruch des Regens in Galiläa, 
den hohen Schrei der Vöel. 
Und ich lerne die Bitterkeit kennen. 
Diese Niederschrift habe ich irgendeinem Menschen übertragen; 
sie wird nie sein, was ich sagen will, 
aber immer ein Widerschein. 
Aus Meiner Ewigkeit fallen diese Zeichen. 
Möge ein anderer, nicht der, welcher jetzt sein Gehilfe ist, das Gedicht schreiben.  Morgen werde ich ein Tiger unter Tigern sein 
und ihrem Wald Mein Gesetz predu¡igen, 
oder ein großer Baum in Asien. 
Manchmal denke ich mit Heimweh 
an den Geruch dieser Tischlerei.


Versió de Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

Jean,I,14


Cette page ne sera pas moins énigmatique
Que celle de Mes livres sacrés
ou de ces autres-là que répètent
les bouches ignorantes,
les croyant oeuvres de l'homme,non pas miroirs
obscurs de l'Esprit.
Moi qui suis le Je suis,le Je fus et le Je serais,
Je condescends encore au langage
qui est temps successif et emblème.
Celui qui joue avec un enfant joue avec quelque chose
de proche et de mystérieux;
J'ai voulu jouer avec Mes enfants.
J'ai été parmi eux avec surprise et tendresse.
Par l'effet d'une magie
Je naquis curieusement d'un ventre.
Je vécus ensorcelé,emprisonné dans un corps
et dans l'humilité d'une âme.
Je connus la mémoire,
cette monnaie qui n'est jamais la même.
Je connus l'espoir et la crainte,
ces deux visages de l'incertain futur.
Je connus la veille,le sommeil,les rêves,
l'ignorance,la chair,
les grossiers labyrinthes de la raison,
l'amitié des hommes
la mystérieuse dévotion des chiens.
Je fus aimé,compris,loué et Je pendis à une croix.
Je bus la coupe jusqu'à la lie.
Je vis de Mes yeux ce que Je n'avais jamais vu:
la nuit et ses étoiles.
Je connus le poli,le sableux,l'inégal,l'âpre,
la saveur du miel et de la pomme,
l'eau dans la gorge de la soif.
le poids d'un métal dans la paume,
la voix humaine,une rumeur de pas sur l'herbe,
l'odeur de la pluie en Galilée,
le haut cri des oiseaux.
Je connus aussi l'amertune.
J'ai commis cette écriture à une homme quelconque;
elle ne sera jamais ce que Je veux dire,
elle ne laissera pas d'en être le reflet.

Mon éternité laisse tomber ces signes.
Qu'un autre,non celui qui les trace a présent,écrive ce poème.
Demain Je serai un tigre parmi les tigres,
prêchant ma loi à sa forêt;
ou un grand arbre en Asie.
Parfois j'évoque avec nostalgie
l'odeur de cette échoppe de menuisier.

 

 

Δ

 

 

Das Warten

 

Eh die eilige Klingel schellt, und jemand
öffnet die Tür, und du trittst cin, o du
von der Sehnsucht Erwartete, muß das
All eine endlose Reihe konkreter
Akte ausgeführt haben. Niemand kann
je diesen Taumel berechnen, die Ziffer
dessen, was die Spiegel vervielfachen,
der Schatten, die sich ausdehnen und schrumpfen,
der Schritte, die sich trennen und sich treffen.
Alle Sandkörner könnten sie nicht zählen.
(Die Uhr aus Blut in meiner Brust ermißt
die zaghafte Zeit des Wartens.)

Ehe du kommst,
muß ein Mönch von einem Anker träumen,
Muß ein Tiger in Sumatra sterben,
müssen neun Menschen sterben auf Borneo.

 

Traducció de Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

Die Blätter der Zypresse 

 

Ich habe einen einzigen Feind. Ich werde nie erfahren, wie er in mein Haus gelangen konnte, in der Nacht des 14.April 1977. Zwei Türen hat er geöffnet: die svhwere Tür zur Straße und die meines kleinen Appartements. Er machte Licht und weckte mich aus einem Alptraum, an den ich mich nicht erinnere, in dem es aber einen Garten gab. Ohne die Stimme zu heben befahl er mir, sofort aufzustehen und mich anziziehen. Man hatte meinen Tod beschlossen, und der für die Hinrichtung vorgesehene Ort war ein wenig entfernt. Ich gehorchte, stumm vor Verblüffung. Er war kleiner als ich, aber kräftiger, und der Haß hatte ihm Stärke gegeben. In all den Jahren hatter er sich nicht verándert; nur ein paar Silberfäden im dunklen Haar. Eine Art schwarzer Seligkeit bewegte ihn. Er hatte mich immer verabscheut, und nun würde er mich töten. Der Kater Beppo betrachtete uns aus seiner Ewigkeit, tat aber nichts, um mich zu retten, ebenso wenig der blaue Keramiktiger in meinem Schlafzimmer oder die Magier und Dschinns der Bände von Tausendundeiner Nacht. Ich wollte, daß mich etwas begleitete. Ich bat ihn, mich ein Buch mitnehmen zu lassen. Eine Bibel zu wählen wäre allzu naheiligend gewesen. Aufs Geratewohl zog meine Hand einen der zwölf Bände von Emerson heraus. Um keinen Lärm zu machen, gingen wir die Treppe hinab. Ich zählte jede Stufe. Ich bemerkte, daß er sich davor hütete, mich anzufassen, als ob der Kontakt ihn anstecken könnte.

 

An der Eke Charcas und Maipú, gegenüber der Mietskaserne, wartete ein Coupé. Mit einer feierlichen Geste, die einen Befehl bedeutete, ließ er mich als ersten einsteigen. Der Kutscher kannte unser Ziel schon und trieb das Pferd an. Die Fahrt war sehr langsam und, wie su erwarten, stumm. Ich fürchtete (oder hoffte), sie werde auch unendlich sein. Es war eine heitere Mondnacht, ohneeinen Windhauch. Keine Menschenseele war auf den Straßen. Die niedrigen Häuser zu beuden Seiten des Wagens, alle gleich, waren wie Posten. ich dachte: Wir sind schon in der Südstad. Hoch in der Dunkelheit sah ich eine Turmuhr; auf der großen leuchtenden Scheibe gabe es weder Ziffern noch Zeiger. Soweit ich weiß, kreuzten wir keine einzige Avenida. Ich hatte keine Angst, nicht einmal Angst davor, Angst zu haben, nicht einmal Angst davor, Angst zu haben Angst zu haben, in eleatischer Unendilchkeit, aber als der Wagenschlag sich öffnete und ich aussteigen mußte, fiel ich beinahe hin. Wir gingen einige Steinstufen hinauf. Es gab dort eigenartig ebeneBeete und sehr viele Bäume. Er führte mich zum Fuß eines der Bäume und befahl mir, mich ins Gras zu legen, auf den Rücken, mit gekreuzten Armen. Aus dieser Lage sah ich eine römische Wölfin und wußte, wo wir waren.Mein Todesbaum war eine Zypresse. Ohne es zu wollen, wiederholte ich die berühmte Zeile:

 

Quantum lenta solent inter viburna cupressi.

 

Ich bedachte, daß in diesem Zusammenhang lenta biegsam bedeutet, aber die Blätter meines Baums hatten nichts Biegsames. Auf jedem stand ein Monogramm. Ich empfand Ekel und Erleichterung. Ich begriff, daß eine große Anstrengung mich retten konnte. Mich retten und ihn vielleicht verderben, da er, erfüllt von seinem Haß, wedr auf die Uhr noch auf die monströsen Zweige geachtet hatte. Ich ließ meinen Talisman los und preßte beide Hände ins Gras. Zum ersten und letzten Mal sah ich den stahl aufblitzen. Ich erwachte; meine linke Hand berührte die Wand meines Zimmers.

 

Was für ein seltsamer Alptraum, dachte ich, und ich schlief gleich wieder ein.

 

Am nächsten Tag entdeckte ich die leere Stelle im Regal; es fehlte das Buch von Emerson, das im Traum geblieben war. Zehn Tage später erzählte man mir, mein Feind habe nachts sein Haus verlassen und sei nicht zurückgekehrt. Er wird nie heimkehren. Eingesperrt in meinem Alptraum wird er mit Grauen unter dem Mond, den ich nicht sah, immer weiter die Stadt mit blanken Uhren entdecken, mit falschen Bäumen, die nicht waschen können, und wer weiß mit welchen anderen Dingen

 

Versió de Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

Löwen

 

Nicht die Strahlkraft des harmonischen Tigers,
nicht des Jaguars vorbestimmte Zeichen,
nicht des Katers Geheimnis. Von der Sippe
ist er am wenigsten Katze, doch immer
hat er die Träume der Menschen entzündet.
Löwen in Gold und Löwen im Gedicht,
in Patios des Islam, in Evangelien,
weitläufige Löwen im Kosmos von
Hugo, Löwen des Tores von Mykene,
Löwen, von Karthago ans Kreuz geschlagen.
Im ungestümen Kupferstich von Dürer
reißen ihn die Hände Samsons in Stücke.
Er ist die Hälfte der geheimen Sphinx
und die Hälfte des Greifs, der in gewölbten

Grotten die Goldschätze des Schattens hütet.
Er ist eines der Symbole von Shakespeare.
Die Menschen haben ihn aus Fels gehauen,
seine Gestalt auf Banner übertragen
und krönen ihn zum König all der andren.
Mit seinen Schattenaugen sah ihn Milton
auftauchen aus dem Lehm am fünften Tag,
die Vorderbeine hoch gereckt und hoch
erhoben dieser ungeheure Kopf.
Er leuchtet aus dem Rade des Chaldiers,
und voll von ihm sind die Mythologien.

Ein Tier, das einem Hund ähnelt, verschlingt
die Beute, die das Weibchen ihm gebracht hat.

 

Traducció de Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

Aus den zwanziger Jahren

 

Das Rad der Gestirne ist nicht unendlich,
und der Tiger ist eine der Formen, die wiederkehren,
wir aber, weitab von Zufall und Abenteuer,
glaubten uns verbannt in eine erschöpfte Zeit,
die Zeit, in der sich nichts ereignen kann.
Das Universum, das tragische Universum, war nicht hier,
und es war not, es an anderen Orten zu suchen;
ich spann eine schlichte Mythologie aus Mauern und Messern,
und Ricardo dachte an seine Viehzüchter.
Wir wußten nicht, daß die Zukunft den Blitz barg,
wir ahnten nicht voraus den Schimpf, den Brand und die gewaltige Nacht der Allianz;
nichts sagte uns, daß die argentinische Geschichte durch die Straßen ziehen würde,
die Geschichte, die Empörung, die Liebe,
die Menschenmassen wie das Meer, der Name Córdoba,
der Geschmack des Wirklichen und des Unglaublichen, das Entsetzen und der Ruhm.

 

Traducció de Karl August Horst i Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

Andere Fassung von Proteus 

 

Er war Bewohner argwöhnischer Sände,
halb war er Gott und halb ein Meerestier,
und kannte er nicht das Gedächtnis, das sich 
über das Gestern und Verlorenes neigt. 
Weitere Qual erlitt Proteus, nicht minder 
grausam - zu kennen, was die Zukunft längst 
schon birgt: die Tür, die sich für immer schließt, 
jeden Trojaner und jeden Achaier: 
Bedrängt nahm er die ungreifbare Form 
des Sturmes oder die des Feuers an, 
des goldenen Tigers oder des Panthers 
oder des Wassers, unsichtbar im Wasser. 
Auch du bestehst aus unbeständigen 
Gestern und Morgen. Währenddessen, vorher...

 

Versió de Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

Outro poema dos dons 

 

Graças quero dar ao divino
labirinto de efeitos e causas
pela diversidade das criaturas
que formam este singular universo,
pela razão, que não deixará de sonhar
com um plano para o labirinto,
pela face de Helena e a perseverança de Ulisses,
pelo amor, que nos deixa ver os outros
como os vê a divindade,
pelo firme diamante e água solta,
pela álgebra, palácio de precisos cristais,
pelas místicas moedas de Ângelo Silésio,
por Schopenhauer,
que talvez decifrou o universo,
pelo fulgor do fogo,
que nenhum ser humano pode olhar sem assombro antigo,
pelo mogno, o cedro, o sândalo,
pelo pão e o sal,
pelo mistério da rosa
que prodigaliza cor e não a vê,
por certas vésperas e dias de 1955,
pelos duros tropeiros que na planície fustigam os animais e a alva,
pela manhã em Montevidéu,
pela arte da amizade,
pelo último dia de Sócrates,
pelas palavras que no crepúsculo disseram
de uma cruz a outra cruz,
por aquele sonho do Islã que abarcou
mil e uma noites,
por aquele outro sonho do inferno,
da torre do fogo que purifica
e das esferas gloriosas,
por Swedenborg,
que conversava com os anjos nas ruas de Londres.
pelos rios secretos e imemoriais
que convergem em mim,
pelo idioma que, há séculos, falei em Nortúmbria,
pela espada e a harpa dos saxônios,
pelo mar, que é um deserto resplandecente
e uma cifra de coisas que não sabemos
e um epitáfio dos vikings,
pela música verbal da Inglaterra,
pela música verbal da Alemanha, pelo ouro que reluz nos versos,
pelo inverno épico,
pelo nome de um livro que não li: Gesta Dei per Francos,
por Verlaine, inocente como os pássaros,
pelos prismas de cristal e o peso de bronze,
pelas raias do tigre,
pelas altas torres de São Francisco e da ilha de Manhattan,
pela manhã no Texas,
por aquele sevilhano que redigiu a Epístola Moral
e cujo nome, como ele houvera preferido, ignoramos,
por Sêneca e Lucano de Córdoba,
que antes do espanhol escreveram
toda a literatura espanhola,
pelo geométrico e bizarro xadrez,
pela tartaruga de Zenão e o mapa de Royce,
pelo odor medicinal do eucalipto,
pela linguagem, que pode simular a sabedoria,
pelo esquecimento, que anula ou modifica o passado,
pelo hábito,
que nos repete e nos confirma como um espelho,
pela manhã, que nos proporciona a ilusão de um começo,
pela noite, sua treva e sua astronomia,
pelo valor e a felicidade dos outros,
pela pátria, sentida nos jasmins
ou numa velha espada,
por Whitmann e Francisco de Assis, que já escreveram o poema,
pelo fato de que o poema é inesgotável
e se confunde com a soma das criaturas
e jamais chegará ao último verso
e varia segundo os homens,
por Francisco Haslam, que pediu perdão aos filhos
por morrer tão devagar,
pelos minutos que precedem o sono,.
pelo sono e pela morte,
esses dois tesouros ocultos,
pelos íntimos dons que não enumero,
pela música, misteriosa forma do tempo.

 

Versió de Paulo Mendes Campos

 

 

Δ

 

 

Outra versão de Proteu

 

Habitante de areias receosas,
Meio deus, meio fera marinha,
Ignorou a memória, que definha
Sobre o ontem e as perdidas coisas.
Outro tormento padeceu Proteu
Não menos cruel, saber o que encerra
O futuro: uma porta que cerra
Para sempre, o troiano e o aqueu.
Capturado, tomava a inapreensível
Forma do furacào e da fogueira
Ou do tigre de ouro ou da pantera
Ou de água que na água é invisível.
Tu também estás feito de inconstantes
Ontens e amanhãs. No entanto, antes…
 

Tradució de Josely Vianna Baptista

 

Δ

 

 

Weiteres Gedicht von den Gaben 

 

Dank wil ich sagen dem göttlichen 
Labyrinth der Wirkungen und der Ursachen 
für die Vielfalt der Geschöpfe,
die dieses einzigartige Universum bilden,
für den Verstand der nicht aufhören wird, eine Karte 
dieses Labyrinths zu erträumen,
für das Antliz der Helena, die Beharrlichkeit des Odysseus,
für die Liebe, die uns die anderen sehen läßt 
wie die Gottheit sie sieht,
für den festen Diamanten und das geschmeidige Wasser,
für die Algebra, Palast präziser Kristalle, 
für die mystischen Münzen des Angelus Silesius, 
für Schpenhauer, 
der vielleicht das Universum entzifferte,
für das Flammen des Feuers, 
das kein Mensch ohne uraltes Staunen betrachten kann, 
für Mahagoni, Zeder und Sandelholz, 
für das Brot und das Salz, 
für das Mysterium der Rose,
die Farbe spendet und sie nicht sieht,
für gewisse Abende und Tage 1955, 
für die harten Hirten, die in der Ebene 
das Vieh und den Morgen zusammentreiben, 
für den Morgen von Montevideo, 
für die Kunst der Freundschaft, 
für Sokrates'letzen Tag, 
für die Worte, gesprochen in einer Dämmerung 
von einem Kreuz zum anderen, 
für jenen Traum des Islam, der umfaßte 
tausend Nächte und eine Nacht, 
für jenen anderen Traum von der Hölle, 
vom Turm des läuternden Feuers 
und von den glorreichen Sphären,
für Schwedenborg, 
der in den Straßen von London mit den Engeln sprach, 
für die geheimen und unerinnerten Flüsse,
die sich in mir mischen, 
für die Sprache, die ich vor Jahrhunderten in Northumbrien sprach, 
für das schwert und die Harfe der sachsen,
für das Meer, das eine schimmernde Wüste ist 
und ein Schlüssel zu Dingen, die wir nicht kennen, 
und ein Grabspruch der Wikinger, 
für die Wortmusik Englands, 
für die Wortmusik Deutschlands, 
für das Gold, das Verse erleuchtet,
für den epischen Winter,
für den Titel eines Buches , das ich nicht gelesen habe: 
Gesta Dei per Francos
für Verlaine, unschuldig wie die Vögel, 
für das kristallenen Prisma und das Bronzegewicht, 

für die Streifen des Tigers, 
für die hohen Türme von San Francisco und der Insel Manhattan, 
für den Morgen in Texas, 
für jenen Sevillaner, der die Moralische Epistel verfaßte 
und dessen Namen, wie er es gewollt hätte, wir nicht kennen,
für Seneca und Lucanus aus Córdoba, 
die alle spanische Literatur schrieben, ehe es Spanisch gab, 
für das geometrische und ritterliche Schachspiel, 
für die Schildkr¨te des Zenon und die Karte von Royce, 
für den Arzneiduft der Eukalyptusbäume, 
für die Sprache, die Weisheit vortäuschen kann,
für das Vergessen, das Vergangenes auslöscht oder verändert, 
für die Gewohnheit, 
die uns wiederholt und bekräftigt wie ein Spiegel,
für den Morgen, der uns die Illusion eines Anfangs beschert, 
für die Nacht, ihr Dunkel und ihre Astronomie, 
für den Mut und das Glück der anderen, 

für das Vaterland, gespürrt im Jasmin 
oder in einem alten Degen,
für Whitman und Franz von Assisi, die das Gedicht längst geschrieben haben, 
dafür, daß das Gedicht unerschöpflich ist 
und sich mit der Summe der Geschöpfe vermischt
und niemals zum letzten Vers kommen wird 
und wechselt, gemäß den Menschen,
für Frances Haslam, die die Verzeihung ihrer Kinder erbat,
weil sie so langsam starb, 
für die Minuten, die dem Schlaf vorangehen, 
für den Schlaf und den Tod, 
diese beiden verborgenen Schätze, 
für die innigen Gaben, die ich nicht erwähne, 
für die Musik, mysteriöse Gestalt der Zeit. 

 

Versió de Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

Simón Carbajal

 

Auf den Feldern Antelos, anno neunzig,
traf ihn mein Vater. Vielleicht haben sie
knappe vergessene Worte gewechselt.
Er wußte von ihm nur dies eine noch:
den Rücken seiner dunklen linken Hand
von Krallen überfurcht. Auf der Estancia
erfüllte jeder seine Schicksaispflicht:
Dieser war Zureiter, ein andrer Treiber,
jener warf wie kein anderer das Lasso,
und Simón Carabajal war der tigrero.
Wenn ein Tiger die Schafherden verheerte
oder man ihn im Dunkei brüllen hörte,
folgte Carbajal ihm durchs Unterholz.
Er nahm nur das Messer mit und die Hunde.
Er ließ die Hunde los. Das gelbe Raubtier
stürzte sich auf den Mann, der mit dem linken
Arm seinen Poncho schüttelte, der ihm
ein Schild und Köder war. Der weiße Bauch
des Tigers war entblößt. Das Tier empfand,
wie ihm der Stahl in den Leib drang, zum Tod.
Das Duell war fatal und war unendlich.
Immer hat er den seiben unsterblichen
Tiger getötet. Sein Los sollte dich
nicht allzu sehr erstaunen. Es ist deines
und meines, nur hat unser Tiger Formen,
die unaufhörlich wechseln. Er heibt Haß,
heibt Liebe, Zufall und jeder Moment.

 

Traducció de Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

Susana Soca

 

Mit langsamer Liebe sah sie des Abends
verstreute Farben. Es gefiel ihr, sich
zu verlieren im verwobenen Klingen
oder seitsamen Leben der Gedichte.
Nicht das elementare Rot, die grauen
Töne sponnen ihr zierliches Geschick,
bestimrnt, zu unterscheiden, und erfahren
im Abwägen und in Schattierungen.
Ohne den Drang, dies wirre Labyrinth
je zu betreten, sah sie doch von außen
die Formen, das Gerangel und die Hetze,
wie jene andere Dame des Spiegels.
Götter, die jenseits aller Bitte weilen,
gaben sie diesem Tiger hin, dem Feuer.

 

Traducció de Karl August Horst i Gisbert Haefs

 

 

Δ

 

 

Susana Soca.

 

With lingering love she gazed at the dispersed
Colors of dusk. It pleased her utterly
To lose herself in the complex melody
Or in the cunous life to be found in verse.
lt was not the primal red but rather grays
That spun the fine thread of her destiny,
For the nicest distinctions and all spent
In waverings, ambiguities, delays.
Lacking the nerve to tread this treacherous
Labyrinth, she looked in on, whom without,
The shapes, the turbulence, the striving rout,
(Like the other lady of the looking glass.)
The gods that dwell too far away for prayer
Abandoned her to the final tiger, Fire.


 

Δ

 

 

Susana Soca.

 

Com lento amor olhava os dispersos
Tons da tarde. A ela comprazia
Perder-se na complexa melodia
Ou na curiosa vida dos versos.
Não o rubro elemental mas os cinzentos
Fiaram seu destino delicado,
Feito a discriminar e exercitado
Na vacilação e nos matizes.
Sem se atrever a andar neste perplexo
Labirinto, olhava lá de fora
As formas, o tumulto e a carreira,
Como aquela outra dama do espelho.
Deuses que habitam para lá do rogo
Abandonaram-na a esse tigre, o Fogo.

 

 

Δ

 

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